Stress - Überforderung - Burnout


Bei Stress reagiert unser Körper zuerst einmal ganz natürlich und sinnvoll, denn er wird bei einer außergewöhnlichen Belastungssituation leistungsfähiger. In dieser Situation gibt es eher unwichtige Körperfunktionen, wie die Verdauung, das Immunsystem oder die Fortpflanzung.  Diese Körperfunktionen werden sofort gedrosselt oder eingestellt.  Aber der Blutdruck steigt, der Herzschlag erhöht sich, die Muskelanspannung wird intensiviert und das Cholesterin erhöht. Denn der Körper muss sich auf "Kampf"  oder "Flucht" einstellen.

 

Es ist auch nicht schlimm, wenn wir solche Reaktionen auf Stress haben. Wichtig ist alleine, dass unser Körpersystem sich nach einer Stresssituation wieder normalisiert - und dafür müssen wir entspannen. Dann sinken Blutdruck und Herzschlag, der Muskeltonus normalisiert sich und unsere Verdauungsfunktion kommt wieder in Schwung.

 

So jedenfalls war es bei unseren Vorfahren: nach der Gefahr durch den Angriff einer "Säbelzahntigers", haben sich alle am Lagerfeuer versammelt und "entspannt". Bis zur nächsten Bedrohung war genügend Zeit, dass alle Stresshormone wieder abgebaut wurden.

 

Heute brauchen wir keine Angst mehr zu haben, von einem wilden Tier angefallen zu werden - unsere Stressfaktoren sind ganz anderer Natur: ein hohes Arbeitspensum, Angst um den Arbeitsplatz, Dauerbelastung durch die Pflege eines Angehörigen, Mobbing, Lärm, Reizüberflutung, Terminmangel, Perfektionismus, Multitasking, Krankheiten, Medikamente, Umweltbelastungen, usw., usw...

 

Und wir haben keine Zeit mehr, genügend zu entspannen oder durch ausreichende Bewegung (wie unsere Ahnen)  Stresshormone abzubauen - im Gegenteil, in der Freizeit geht der Stress oft weiter. Dieser Event, diese Ausstellung, das Lokal... müssen unbedingt besucht werden, die Kinder müssen auf jeden Fall an allen möglichen Veranstaltungen teilnehmen und selbst der "gesunde" Sport wird oft so ekzessiv betrieben, dass der Körper am Ende total übersäuert ist.

 

Wir leben im Dauerstress. Das Stresshormon Cortisol ist ständig erhöht. Denn insbesondere Cortisol braucht viel Zeit zum Abbauen - und diese Zeit geben wir dem Körper nicht mehr.

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Von Überforderung sprechen wir, wenn das Aktivitätsniveau ständig so hoch ist, dass man keine wirkliche Entspannung mehr hat. Hier können wir in der Stress- und Burnout-Beratung erfolgreich agieren, denn aus einer Überforderung schafft man es mit einer guten Strategie auch  wieder zurück zu einer Phase der Stabilität.

 

Von einem Burnout sprechen wir dann, wenn die Phase der Überforderung auf lange Zeit hinaus nicht beachtet wird und schließlich in der totalen Erschöpfung endet.

 

 

Mögliche Hinweise für ein Burnout sind:

  • das Gefühl innerlicher Leere und Traurigkeit
  • emotionaler Erschöpfung oder Tagesmüdigkeit trotz ausreichendem Schlaf
  • nachlassendes Engagement, Gleichgültigkeit oder ausgeprägte Motivationslosigkeit
  • Ängste, Zukunftsangst, Frustration
  • Schlaf- und Konzentrationsstörungen
  • Aggressivität
  • Depression

(es gibt ca. 130 - 160 Symptome, die hinter einem Burnout stehen können!)