Großer Feldberg (880 m) - der höchste Berg des Taunus


Der Große Feldberg ist natürlich DER Berg des Taunusgebirges. Er ist mit 880 Metern (manchmal sind es auch nur 879 oder doch 881 ...) der höchste Gipfel hier und oft aus den Talregionen zu sehen. Denn sein Fernmeldeturm ragt markant in die Höhe, sodass man ihn von Weitem unverwechselbar erkennt.

 

Grundsätzlich kann man mit dem Auto oder Bus bis ganz nach oben fahren. Und tatsächlich mache ich das hin und wieder - besonders dann, wenn im Herbst oder Winter unten im Tal der dichte Nebel hängt und mir die Webcam auf dem Feldberg strahlend blauen Himmel zeigt. Ganz hoch fahre ich nicht, aber zumindest bis zur Windeck. Hier ist meist auch noch Nebel und man kann herrlich nun Schritt für Schritt in die Sonne steigen. Doch an solchen Tagen ist es oft eisigkalt hier oben. Das Gipfelplateau des Feldbergs ist baumfrei und der Wind kann hier kräftig wehen. 

 

Der Brunhildisfelsen

 

Der erste Gang ist bei mir immer zum Brunhildisfelsen. Von hier hat man den besten Blick ins Tal - ins Usinger Land und noch weit darüber hinaus. Der Aussichtsturm schaut aus dem Wald des Pferdskopf heraus. Das ist ebenfalls ein tolles Ausflugsziel. Der Brunhildisfelsen selbst ist für Kinder bestens zum Klettern geeignet. Von unten sieht er manchmal aus wie ein schlafender Riese. Warum er diesen Namen hat - darüber gibt es viele Spekulationen. Bereits 1043 wird der Quarzitfelsen unter dem Namen "Lectulus Brunihildis" - das Bettchen der Brunhilde - genannt. Hildegard von Bingen könnte hier genächtigt haben, die Walküre Brunhilde aus der Nibelungensage könnte hier aber auch von Siegfried aus ihrem Zauberschlaf erlöst worden sein oder der Name des Felsens könnte gar auf die merowingische Königin Brunichild (oder Brunehilde), Tochter des Westgotenkönigs Athanagild, zurückgehen, die später bei einer gewaltsamen Hinrichtung im Jahre 613 den Tod fand (Sie könnte allerdings auch Vorbild für Brunhilde aus der Nibelungensage sein ... dann würde es wieder mit der Sage passen ...).

 

So genau weiß man es also nicht, ist ja auch schon lange her. Und eigentlich ist es, wenn man es sich hier auf einer der Ruheliegen gemütlich gemacht hat, auch egal, wer vormals auf dem Felsen lag (zumindest lag diejenige nicht so bequem wie wir heute auf den Holzliegen).


Besteigung des Feldberges

 

Wie lange man schon auf den Feldberg wandert weiß man natürlich auch nicht genau  - aber 1534 war es Erasmus Alberus, der zum ersten Mal von seiner Besteigung des Feldbergs schrieb:

 

..."Von Alten ist gedachter Berg genannt der Feldberg, darauf man in dreien Stunden nicht wohl kann von Falkenstein gesteigen bald. Rings umher liegt ein großer Wald ... Im Wald viel wilder Tiere sind, halt nicht, daß man viel Bär' da find. Sonst ander' Tier drinnen sein als Hirsche, Hasen, Wölf und Schwein'. ..."  

 

Auch von den Pflanzen und Quellen schreibt er, von Königstein, Eppstein und Hofheim und vom Altkönig. 1697 erschien die "Hessische Chronik" von Johann Just Win(c)kelmann, worin er den Feldberg und das Gebirge drumherum recht ausführlich beschreibt. 

 

"Der Feldberg ist ein sehr groser und hoher Berg / dahero er auch die Höhe genennt wird. ... Dießer ist eben derjenige Berg / welchen Cornelius  Tacitus Taunum Montem genennet." (Tacitus in seinen Annales im 2. Jahrhundert n. Chr.)


Natürlich zog es auch Johann Wolfgang von Goethe schon als 15-Jährigen 1764 in den Taunus und auf den Feldberg, denn er hatte ihn ja aus Frankfurt immer im Blick.  Von Frankfurt auf den Feldberg ... und dann in die Welt ...  In seiner "Dichtung und Wahrheit" schreibt er später 

 

„Durch zufällige Anregung, sowie in zufälliger Gesellschaft stellte ich manche Wanderung nach dem Gebirge an, das von Kindheit an so fern und ernsthaft vor mir gestanden hatte. So besuchten wir Homburg, Kroneburg, bestiegen den Feldberg, von dem uns die weite Aussicht immer mehr in die Ferne lockte.“


Der Taunusklub

 

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Große Feldberg zu einem beliebten Ausflugsziel.

1855 legte die "Commission für Erbauung eines Hauses auf dem Feldberg" in einer provisorischen Unterkunftshütte ein "Fremdenbuch" aus, in das sich die Wanderer eintragen sollten. 

Der „Frankfurter Turnvater“ Friedrich August Ravenstein hatte die "Commission" gegründet, um auf dem Feldberg ein Jugend- und Wanderheim sowie einen Aussichtsturm für die Turnausflügler errichten zu lassen. 1860 wurde mit dem "Feldberghaus" (heute Feldberghof) das erste Bauwerk auf dem Feldberg eingeweiht, das zehn Betten für Wanderer bot.

Schon acht Jahre später, 1868 wurde im Feldberghaus unter dem Namen "Bund der Feldbergläufer" der erste deutsche Wanderverein gegründet, der heutige Taunusklub. 

 

 

Aussichtsturm, Feldberghof heute  - und viele Wanderwege in alle Himmelsrichtungen 


Feldberg(turn)fest

 

Das mehrtägige, traditionelle Feldbergfest (auch Feldbergturnfest genannt)  ist das älteste Bergturnfest Deutschlands, das 1844 erstmals stattfand. 

Es war ein voller Erfolg:  über 200 aktive Turner und 6.000 Besucher waren beim ersten Turnfest auf dem Feldberg dabei. In den folgenden Jahren waren es gar  7.000 und 10.000 Besucher (1846). So wurde das Feldbergfest bahnbrechend für die Turnerei, da es die Gründung vieler Turnvereine auslöste und zu Turnfahrten (das waren gemeinsam organisierte Wanderungen auf den Berg) anregte und auch zur Einrichtung weiterer Bergturnfeste in ganz Deutschland den Anstoß gab und Vorbild wurde.  

Zeitweilig wurde in den nächsten Jahren das Fest zwar verboten, aber seit 1860 findet es jährlich auch heute noch statt (leider natürlich außer in den Kriegsjahren). Es ist zum Beispiel mit dem Steinstoßen ein echtes Erlebnis.

 

Zum 125. Turnfest 1981 stand in der Festschrift:

 

"Wahrer Volkssport braucht keine Aschebahnen und schon gar keine kunststoffbeschichteten Rennpisten. Naturverbundenheit, einfach und schlicht, so war es, ist es und soll es immer beim Feldbergfest bleiben".

 

Der Turnplatz mit Sandgrube, Weitblick (der Siegfriedschuss, eine Abfahrt im Winter)  und die Zuschauertribüne


Der Große Feldberg ist der "Berg der Frankfurter", und wenn an Wochenenden das Wetter schön ist, dann trifft man "halb Frankfurt" hier. Wer es sich also leisten kann, kommt "unter der Woche" auf den Feldberg und genießt auf den Wanderwegen rund um das Gipfelplateau die Ruhe, denn die findet man hier immer noch sehr gut. Natürlich gibt es viele andere schöne (Aussichts-)berge im Taunus, aber der Große Feldberg muss es einfach immer mal wieder sein. Immerhin ist es die höchste Erhebung weit und breit.

Auf dem Feldberg gibt es auch eine Falknerei mit Aufzucht- und Pflegestation und für Kinder einen tollen Spielplatz. Wer es sportlich mag, düst den Flowtrail hinab und im Winter gibt es die beiden Abfahrten "Siegfriedschuss" und "Nordbahn" sowie Loipen (dafür muss aber viel Schnee gefallen sein).


Impressionen vom Großen Feldberg (zum Vergrößern Bilder anklicken):


Links:

Feldberghof: https://feldberghaus.com/

Mit Hausladen: https://feldberghaus.com/Hausladen/

Falknerei: https://www.falknerei-feldberg.de/

Flowtrail: https://woffm.de/trails/flowtrail-feldberg/

Taunus - die Höhe: https://www.taunus.info/

Bücher:

Das Feldberg-Buch, Herausgegeben von Helmut Bode, Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main

Der Taunus - eine Zeitreise: Entstehung und Entwicklung eines Mittelgebirges, A. Stahr, 


Wie kommt man hin...

 

Auf den Gipfel direkt am besten mit dem ÖPNV (Bus 57, ab Königstein, Oberursel oder Hohemark zum Beispiel)

Mit dem Auto gibt es ebenfalls direkt auf dem Gipfelplateau Parkplätze, die nun gebührenpflichtig sind (2,00 € pro Stunde), was ich aber absolut in Ordnung finde.

Mit dem Auto kann man kostenlos zum Beispiel am Sandplacken oder an der Windeck parken und in kurzer Zeit nach oben laufen.


Hier ein kleiner Rundweg um und auf den Großen Feldberg ab Windeck (Parkplätze und ÖPNV-Bushaltestelle)