Der Mensfelder Kopf (314 m) – ein Kraftort mit traumhaften Rundum-Fernblicken


Heute geht es an den „Rand“ des Taunus – aber er gehört noch dazu: der Mensfelder Kopf über dem Limburger Becken.  Der 314 Meter hohe Hügel ist einer der bekanntesten Aussichtspunkte der Region und bietet einen tollen Blick bis weit in den Westerwald und entlang des gesamten Taunuskamms.

  

Doch nicht nur die unglaublichen Ausblicke sind besonders, denn auch die Fauna und Flora ist sehr speziell. Seit 1998 ist der Bergrücken ein ca. 7,2 ha großes Naturschutzgebiet mit seinen überregional bedeutsamen „Haarginster-Zwergstrauchheide-Vorkommen“ (auch Besenheide genannt). Auf einer Infotafel kann ich nachlesen, dass die Besenheide nur auf lichten, stickstoffarmen  und stark saure Böden wächst. Damit die Fläche nicht verbuscht und verwaldet, muss sie gepflegt werden. So weiden Rhönschafe und Heidschnucken in gewissen Abständen hier, Sträucher werden entfernt und kleinere Flächen geplaggt  – also von Gras freigehackt. Diesen „nackten“ Boden lieben die jungen Heidepflanzen, sodass sie auf den geplaggten Flächen einen guten Start vorfinden. 

 

Entdeckerpfad

 

Der Entdeckerpfad rund um die Kuppe erklärt (kindgerecht – aber auch für mich 😊), was hier so besonders ist, so zum Beispiel, wie die Heide erhalten wird, warum Steinhaufen so wertvoll sind, was es mit der Geologie des Taunus auf sich hat  und welche Lebensgemeinschaften auf dem Mensfelder Kopf zu finden sind.

 

Auf dem Mensfelder Kopf gibt es einen besonderen Löwenzahn: der Heide-Löwenzahn, der nur ganz kurz im April und Mai blüht und ziemlich klein bleibt.

Geschichte

 

Neben der Natur hat der Mensfelder Kopf auch eine Geschichte. Schon im 19. Jahrhundert fanden hier besondere Veranstaltungen statt. Ein bekanntes Ereignis war im Jahr 1863 eine große Gedenkfeier, bei der man zum 50. Jahrestag der Schlacht von Leipzig auf dem Berg ein Höhenfeuer entzündete.

Bis zum ersten Weltkrieg hielt man auf dem Berg die Sedansfeiern ab und auch das große Kaisermanöver 1905, zu dem Kaiser Wilhelm der II. anwesend war, fand unter anderem hier statt.

 

Bergturnfest

 

Schon seit 1896 gibt es das Bergturnfest Mensfelder Kopf, sodass man dieses Jahr (2026) ein besonderes Jubiläum feiert: 130 Jahre Bergturnfest. Zusätzlich zu den jährlich stattfindenden Wettkämpfen (bei denen es eher ums Mitmachen als um Bestzeiten und -weiten geht)  plant man zum Jubiläum ein Gau-Volleyball Turnier. Und natürlich wird auch am Samstagabend das traditionelle Höhenfeuer brennen, welches die Wettkämpfe für den Sonntag ankündigen. Das weithin sichtbare Feuer soll für Sonntag möglichst noch weitere Besucher auf den Berg locken.


Rundweg und weitere Ausblicke

 

Nachdem ich die Ruheliege auf dem Berg eine Weile genossen habe, geht es wieder nach unten. Doch die Weitblicke hören nicht auf. Etwa an der Schutzhütte (siehe Komoot) geht nun der Blick weit über Hahnstätten mit dem riesigen Kalksteinbruch hinaus in die Ferne. Der über 32 ha große Kalksteinbruch, der schon seit 160 Jahren in Betrieb ist, ist ein imposanter Einschnitt in die Natur des Aartals. Im Steinbruch liegt der  tiefste Punkt von Rheinland-Pfalz mit rund 12 Meter über dem Meeresspiegel (2017). 

 

Ich laufe oberhalb eines weiteren Steinbruchs entlang, der zu Mensfelden gehört. Seit 1973 wird hier ein Vulkangestein (Keratophyr) abgebaut. Unter der Woche hört man zwar die Arbeiten, aber es stört mich wenig, da der Wald den meisten Lärm abhält.

 

Spätestens  an der „Schöne Aussicht“ ist dann wieder absolute Ruhe. Dieser Ort hat seinen Namen zurecht: an einem kleinen Rastplatz mit Tisch und Bänken sieht man bis zum Großen Feldberg.

 

Eine wundervolle kleine Tour, die alles bietet, was mir gefällt: weite Blicke, viel Vogelgesang, besondere Flora und einen Entdeckerpfad. Die Kuppe des Mensfelder Kopfes mit Robinien und einer großen Linde ist ein besonderer Kraftort, für den du dir wirklich Zeit nehmen solltest. Ich komme wieder gerne hier hin, wenn die Heide blüht.

 

Wehrkirche Mensfelden

Zum Abschluss schaue ich mir zumindest von außen noch die Wehrkirche von Mensfelden an. Markant ist der wuchtige Chorturm, ein ehemaliger Wehrturm mit Licht- und Schießschlitzen. Die Kirche ist ein Bruchsteinbau der Romanik (12./13. Jh.). Leider ist die Kirche verschlossen und die wundervolle Innenausstattung nur zu Gottesdienstzeiten zu sehen. Auf der Website von Carolina kannst du einen Blick ins Innere werfen: https://www.hic-sunt-dracones.de/CCC2/mensfelden.html

 

Fazit

 

Ein Ausflugs- und Wanderziel für die ganze Familie. Gut erreichbar mit ÖPNV und natürlich mit dem Auto in der Nähe von Limburg.



Impressionen - zum Anschauen und Lesen der Untertitel bitte anklicken


Tour auf Komoot